Im Jahre 2004 wurde mit der Erarbeitung einer Planung zur überörtlichen Hilfeleistung bei Großschadenslagen in betroffenen Gebietskörperschaften innerhalb des Regierungsbezirks Köln begonnen. Ziel war die Festlegung einheitlicher Gliederungen für Einheiten oberhalb einer Zuggröße. Die entwickelte taktische Einheit trägt den Namen „Abteilung Bezirk Köln“.
Erfordert ein Schadensereignis innerhalb des Regierungsbezirks Köln eine umfangreiche überörtliche Hilfe gemäß §25 Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung bei Unglücksfällen und öffentlichen Notständen des Landes Nordrhein-Westfalen (FSHG NRW), so können die „Abteilungen Bezirk Köln“ oder Teileinheiten hiervon nach einem Konzept angefordert werden.
Folgende Rahmenbedingungen waren zu berücksichtigen:
-        Konzeption für Einsätze innerhalb und außerhalb des Regierungsbezirks Köln
-        Die Bereitschaften stellen Versorgung und Logistik für die ersten 24-Stunden sicher und sind für diesen Zeitpunkt autark einsetzbar
-        Die Planung für den Einsatz der Bereitschaften ist für eine Einsatzdauer von bis zu fünf Tagen ausgelegt
Eine Abteilung setzt sich aus mehreren Bereitschaften zusammen. Eine sog. Abteilungsleitstelle alarmiert die einzelnen Bereitschaften und dient als Führungsmittel der Abteilungsführer. Eine Bereitschaft ist der Zusammenschluss von Einheiten mehrerer Gebietskörperschaften. Dem Bereitschaftsführung wiederum ist eine Bereitschaftsleitstelle vorgesetzt, welche die Leitstelle der Gebietskörperschaft aus deren Bereich die Bereitschaft zusammengestellt wird alarmiert.
Alle Bereitschaften haben sich nach der Alarmierung in den für ihre Bereitschaft vorgesehenen Bereitstellungsraum zu begeben, an dem Einsatzkräfte und Einsatzmittel für den unmittelbaren Einsatz oder vorsorglich gesammelt werden um im Verband zum eigentlichen Einsatzbereich auszurücken. Jede Bereitschaft richtet hierbei einen Führungsunterstützungsstab ein, welcher vor dem Abmarsch der Kräfte und während des Einsatzes für alle Belange der jeweiligen Bereitschaft zuständig ist.
Weiterführend wird ein sog. Vorauskommando Abteilung eingerichtet. Das Vorauskommando der Abteilung erkundet die Einsatzörtlichkeit einschließlich der Bereitstellungsräume vor Eintreffen der jeweiligen Abteilung in Kooperation mit der örtlichen Einsatzleitung. Es erstellt die Gesamtplanung für den Abteilungseinsatz. Neben dem Vorkommando Abteilung wird parallel ein Vorkommando Bereitschaft errichtet, welches den Einsatzauftrag des Vorkommandos Abteilung oder bei gesondertem Einsatz einer Bereitschaft unmittelbar von der örtlichen Einsatzleitung erhält. Es ist für die taktische Einsatzvorbereitung einer Bereitschaft zuständig.
Die „Abteilung Bezirk Köln“ gliedert sich in fünf Bereitschaften. Jede Bereitschaft besteht aus jeweils vier Löschzügen, einem Logistikzug und je nach Schadensereignis den Zusatzmodulen Waldbrand, Technische Hilfeleistung, Hochwasser oder ABC und Instandsetzung.
Die Bereitschaften der „Abteilung Bezirk Köln“ werden aus folgenden Gebietskörperschaften zusammengestellt:
-Â Â Â Â Â Â Â Â Bereitschaft I.: Kreis Aachen, Stadt Aachen, Kreis Heinsberg
-        Bereitschaft II.:           Kreis Düren, Kreis Euskirchen
-        Bereitschaft III.:          Stadt Köln, Rhein-Erft-Kreis
-Â Â Â Â Â Â Â Â Bereitschaft IV.:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis
-Â Â Â Bereitschaft V.:Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Stadt Leverkusen, Oberbergischer Kreis, Rhein.-Berg.-Kreis
Aufgaben im Detail:
Aufgaben der Bereitschaftsführung:
-        Marschführung
-        Einordnung in die Abteilungsführung während des Einsatzes
-        Führung des zugewiesenen Bereitstellungsraumes und evtl. Unterkunftsraumes
-        Taktisch-operative Führung der Bereitschaft.
Führungsunterstützung Bereitschaftsführung (FÜ-BR):
Aufgebaut wird die Führungsunterstützung nach der Stabsstruktur gemäß FwDV 100 und wird je nach Schadensereignis mit Verbindungspersonen ergänzt.
Aufgaben insbesondere:
-        Führung des Sammelraumes
-        Kommunikation mit der Führungsunterstützung der Abteilungsführung
-Â Â Â Â Â Â Â Â Kommunikation mit der Bereitschaftsleitstelle
-Â Â Â Â Â Â Â Â Planung von Personal- und Mittelreserven
-        Planung der zu alarmierenden Löschzüge und Module
-Â Â Â Â Â Â Â Â Planung der Einsatzkommunikation der Bereitschaft
-Â Â Â Â Â Â Â Â Vorbereitung Mot-Marsch mit Marschbefehl
-Â Â Â Â Â Â Â Â Organisation der Logistik
Stationiert wird die FÜ-BR mit planmäßigem Führungspersonal der beteiligten Gebietskörperschaften und mit dem Bedarf gerecht werdenden Einsatzmitteln im Sammelraum der Bereitschaft.
Aufgaben des Vorkommandos Bereitschaft:
Das Vorkommando Bereitschaft besteht aus einer Stabsfunktion für die Bereitschaftsführung vor Ort, einer Stabsfunktion für die Abteilungsführer vor Ort sowie einem Führungsassistenten.
Aufgaben insbesondere:
-        Kommunikation mit der Abteilungsführung
-        Auftragsübergabe
-Â Â Â Â Â Â Â Â Taktische Vorbereitung Bereitstellungsraum und Einsatzauftrag
Leitstellenstruktur und Meldeverfahren:
Als Alarmierungsleitstelle gegenüber den Bereitschaftsleitstellen und als Führungsmittel der Abteilungsführung dient die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Leverkusen, Redundanz: Berufsfeuerwehr Aachen.
Anforderung:
Die „Abteilung Bezirk Köln“ oder Teile hiervon können durch das Innenministerium Nordrhein-Westfalen oder von den Kreisen und kreisfreien Städten des Regierungsbezirks bei der Bezirksregierung angefordert werden. Anforderungen anderer Bundesländer im Rahmen der Länderübergreifenden Hilfeleistung, oder anderer Kommunen im Rahmen der Bezirksübergreifenden Hilfeleistung sind nur über das Innenministerium möglich. Das Innenministerium kann die Anforderung im Auftrag eines anderen Bundeslandes oder einer „fremd“ Kommune vornehmen oder deren Einsatz selbst anordnen. In Hinsicht auf die Kostenübernahme gelten grundsätzlich die Bestimmungen der Amtshilfe unter Beachtung des §25 FSHG NRW (Überörtliche Hilfe). Bei Einsätzen die durch das Innenministerium angeordnet werden, trägt das Land die Kosten für z.B. Verdienstausfall und die Betriebs- und Verpflegungskosten.
Einsatzvarianten:
Unterteilt werden die Einsatzvarianten in zwei Bereiche. Zum einen den Einsatz innerhalb von vier Stunden an der Einsatzstelle und zum anderen den Einsatz innerhalb von 24 Stunden abmarschbereit ab Sammelraum.
Innerhalb von vier Stunden an der Einsatzstelle:
Diese Variante setzt ein Zeitfenster von zwei Stunden bis zum Abmarsch und von bis zu zwei Stunden bis zum Eintreffen im Bereitstellungsraum voraus. Die Führungsunterstützung Abteilung bestimmt entsprechend der Anforderung die dazu benötigten Bereitschaften.
Folgende Maßnahmen kennzeichnen diese Variante:
-        Unverzügliche Alarmierung der Führungsunterstützung Bereitschaft
-Â Â Â Â Â Â Â Â Vollalarm oder spezifische Alarmierung in den beteiligten Bereitschaftsstandorten
-Â Â Â Â Â Â Â Â Einrichtung und Inbetriebnahme des jeweiligen Sammelraums
-Â Â Â Â Â Â Â Â Mot-Marsch der Bereitschaft zum Bereitstellungsraum am Schadensort
-        Planmäßiges Nachführen der Personalreserve und Logistik
Innerhalb von 24 Stunden abmarschbereit ab Sammelraum:
Diese Variante ermöglicht einen mehrtätigen Einsatz mit Unterbringung im Schadensgebiet. Auch hier bestimmt die Führungsunterstützung Abteilung die dazu benötigten Bereitschaften. Die Maßnahmen unterscheiden sich nur geringfügig von denen der ersten Variante. Zusätzlich kennzeichnen folgende Maßnahmen diese Variante:
-        Umfangreiche Einsatzvorbereitung durch die Führungsunterstützung Bereitschaft
-        Mitführung der Logistik für eine 24-stündige autarke Versorgung ab Abmarsch
-Â Â Â Â Â Â Â Â Einsatz eines Vorauskommandos
Während des Marsches erhalten alle beteiligten Fahrzeuge und Einheiten angepasste Bezeichnungen und Funkrufnamen mit welchen sie sich in der Zeit des Einsatzes im Bereich des 4-m Funks bewegen.
Bericht: Andre Miebach